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Auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen!

Nienstedter Kirche am 22.06.2019, Zwei Trauungen an einem Tag

Was für ein perfekter Hochzeitstag! Als ich mich heute mit meinem Auto auf den Weg zur Nienstedter Kirche machte, strahlte die Sonne bereits hell und warm vom Himmel. Irgendwie wusste ich, dass das ein besonders schöner Tag und auch ein besonderer Tag in meiner Zeit als Hochzeitssängerin werden sollte. Schon allein weil ich heute gleich zwei Trauungen hintereinander musikalisch begleiten durfte. Ich kannte die Nienstedter Kirche bisher nur vom Hören Sagen und von Bildern und wusste natürlich, dass diese ausgesprochen gerne von Brautpaaren für ihre Trauung ausgewählt wird. Auch heute sollten dort wieder Trauungen im Akkord stattfinden.

Ortsbegehung:

Bei meinem Eintreffen an der Kirche war bereits eine weitere Trauung im Gange. Nach einer kurzen Begrüßung mit dem Pastor und nach einem ersten Blick auf den Fachwerkbau war klar, warum die Kirche als eine DER HOCHZEITSKIRCHEN, wenn nicht sogar DIE HOCHZEITSKIRCHE in Hamburg galt.

 

Vom äußeren Erscheinungsbild schon angetan, setzte sich mein Entzücken im Innenraum fort. Selten hatte ich so eine unaufdringliche, helle und offen gestaltete Kirche gesehen. Eine weitere Besonderheit der Kirche und auch für mich, war der Flügel rechts vom Altar, auf dem ich heute von einer Pianistin begleitet werden durfte. Der nächste Schritt war, meine Soundanlage aus dem Auto zu holen und aufzubauen.

 

Ablauf und Hochzeitszeremonie:

Perfekt getimet traf auch Pianistin Melanie ein. Ein kurzer Soundcheck folgte, bei dem alle gewünschten Lieder nochmal angespielt wurden und dann trafen auch schon die ersten Hochzeitsgäste ein. Spätestens in diesem Moment war die Vorfreude schon deutlich zu spüren. Nach und nach füllten sich die vorderen Reihen und gleich darauf traf auch der Bräutigam ein, der uns herzlich begrüßte. Sobald die Kirchenglocken verklungen waren, waren Melanie und ich an der Reihe. Ein kurzer Blick der Trauzeugin durch die Haupteingangstüre signalisierte uns, dass nun der Moment gekommen war und wir das Lied zum Einzug der Braut beginnen konnten. Ich habe schon einige Hochzeiten erlebt, aber es ist immer wieder aufs Neue ein magischer Moment, wenn die Braut durch den Eingang tritt, geführt vom Brautvater und ihrem Mann entgegenschreitet der sie zum ersten Mal in ihrem Brautkleid erblickt.

Die Spannung und Vorfreude ist förmlich spürbar. Diesen Moment mit Gesang und Emotion füllen zu können ist ein wunderschönes Gefühl. Die ersten zarten Töne auf dem Flügel erklangen und die große Eingangstüre öffnete sich langsam und gab den Blick auf die im Sonnenschein stehende, strahlende Braut frei. Die Sonne und die Braut strahlten um die Wette.

Ich begann zu singen und der Moment fühlte sich einfach vollkommen an. Trotz der bereits zahlreichen Trauungen, die ich bisher schon erlebt habe, kann ich sagen, dass jede für sich besonders ist, auch diese. Der Pastor, war auf Wunsch des Brautpaares extra aus einer anderen Gemeinde dazugekommen, da er den Bräutigam bereits seit Kindesbeinen an kannte. Somit wurde die Zeremonie sehr persönlich und nah. Nach den Trausprüchen und dem Ringwechsel, war der Moment für einen weiteren emotionalen Wunschsong des Paares gekommen. Melanie und ich präsentierten eine gefühlvolle und langsamere Version des Titels „Weil ich dich liebe“ von Westernhagen. Die Hochzeitsgäste, insbesondere die Eltern des Brautpaares waren sichtlich ergriffen und es wurden verstohlen ein paar Tränen aus den Augen gewischt. Das Brautpaar strahlte uns zufrieden an und tauschte immer wieder liebevolle Blicke aus. Es folgten die Segenswünsche der Verwandten und Freunde und noch ein paar Worte vom Pastor, dann kam der dritte und somit letzte Song am Flügel mit Gesang. Hier hatte sich das Brautpaar „Zuhause“ von Fynn Kliemann gewünscht. Die schweren Akkorde erklangen und ich legte nochmal so viel Gefühl wie möglich in den Song. Das Lied verfehlte seine Wirkung nicht. Zum Auszug des frisch getrauten Paares erklang Orgelspiel und die Gäste zogen nach und nach nach draußen um sich links und rechts vom Eingang aufzureihen und mit wunderschönen langen Blumengestecken einen Torbogen für das Brautpaar zu bilden.

 

Als Braut und Bräutigam in den hellen Sonnenschein hinaustraten erklangen die letzten Orgeltöne. Natürlich haben Melanie und ich es uns nicht nehmen lassen, dem frisch getrauten Paar unsere Glückwünsche auszusprechen und erhielten großes Lob und Dank vom Brautvater, vor allem für die Interpretation von Westernhagens „Weil ich dich liebe“. Das Brautpaar war sichtlich zufrieden und rückmeldete uns, dass sie es sich genauso vorgestellt und erhofft hatten.

Die zweite Trauung war nicht weniger emotional, schön und persönlich. Die Pastorin war diesmal sogar die Tante des Bräutigams und somit waren auch ihre Texte sehr persönlich und für das Paar bestimmt. Mit dem Song „Ja“ von Silbermond durften Melanie und ich, nach dem Ringwechsel, der Trauung die emotionale Krone aufsetzen. Die Sonne flutete weiterhin den Innenraum der Kirche und ebenfalls begleitet von Orgelspiel verließ das Paar die Kirche, um draußen von ihren Gästen mit Seifenblasen in Empfang genommen zu werden.